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Sofort in Rheinsberg verliebt

11.04.2017

Gabriele Schare-Ruf ist neue Chefin des FDP-Kreisverbandes Ostprignitz-Ruppin – die Fachärztin will vor allem neue Mitglieder für die Liberalen gewinnen

Rheinsberg. Erstmals wird der Kreisverband der Liberalen in Ostprignitz-Ruppin von einer Frau geführt: Gabriele Schare-Ruf (65). Die Fachärztin für Allgemeinmedizin ist noch recht jung in der Politik. Ihr politischer Weckruf ereilte sie im Herbst 2015. Bis dahin sei sie lediglich eine Politikkonsumentin gewesen.

„Ich war eine brave Demokratin und habe mein Wahlrecht wahrgenommen.“ Mehr nicht. Doch als Bundeskanzlerin Angela Merkel im Herbst 2015 „unkontrolliert“ die deutschen Grenzen für Flüchtlinge geöffnet habe, drängte es sie in die Politik. „Integration kann nur mit einem Integrationsvertrag gelingen“, ist Schare-Ruf überzeugt. 20 Jahre war sie im Rheinland Hausärztin und hat oft erlebt, wie Integration nicht gelingt. „20 Prozent meiner Patienten waren Türkinnen.“ Die meisten seien friedliche und unpolitische Muslime gewesen, sagt die gebürtige Braunschweigerin, die in Düsseldorf groß geworden ist, dort studiert und lange gearbeitet hat. Doch wenn sie Hausbesuche bei ihren türkischen Patienten gemacht habe, fühlte sie sich hinter deren Wohnungstür oft in ein anderes Land versetzt. „Ich kam in Anatolien an, mit Männlichkeitswahn und Geschlechterapartheid.“ Am meisten ärgerte sie, dass immer wieder junge Mädchen gegen ihren Willen mit Männern aus der alten Heimat ihrer Eltern verheiratet wurden. Diese Gefahr sah Schare-Ruf mit dem Flüchtlingsstrom im Herbst 2015 verstärkt auf Deutschland zukommen.

Deshalb suchte sie eine politische Heimat. Die Alternative für Deutschland (AfD) kam für die Ärztin nicht infrage. „Die machen allein mit Emotionen und Ängsten Politik. Das ist kein Programm.“ Auch CDU und SPD fielen aus. „Die etablierten Parteien haben seit Jahren die Entwicklung verpennt und damit das Entstehen von Parallelgesellschaften begünstigt.“ Für Schare-Ruf, die zwei erwachsene Söhne hat und die seit 2011 in Rheinsberg lebt, blieb die FDP, um sich einzubringen. Die Liberalen haben in Ostprignitz-Ruppin zwar lediglich 33 Mitglieder. Aber das versteht die Ärztin eher als Anspruch, verstärkt neue Mitglieder zu gewinnen, so dass die FDP auch bei den Bundestagswahlen im Herbst punkten kann. Schaffen will das Schare-Ruf vor allem mit zwei Themen: Sie fordert klare Regeln in der Flüchtlingspolitik („Integration gelingt nur, wenn unsere Gesetze anerkannt werden.“) und Konsequenzen, wenn Asylbewerber Sprachkurse ablehnen oder abbrechen. Außerdem will die Ärztin das Thema „soziale Gerechtigkeit“ aufnehmen, das traditionell eher von SPD und Linken besetzt wird. Schare-Ruf stört das nicht. Sie fordert „gleiche Bildungschancen für jedes Kind“. „Die Herkunft darf nie über die Bildungs- und Zukunftschancen eines Kindes entscheiden“, sagt Schare-Ruf. Dieser Punkt ist ihr sehr wichtig. „Ich habe es engagierten Lehrern zu verdanken, dass ich Ärztin werden konnte.“ Für ihre Mutter, eine polnische Katholikin, war hingegen klar, dass Frauen allein mit dem Dreiklang aus Kinder, Küche und Kirche zufrieden sein müssten. Auch Altersarmut ist für Schare-Ruf ein großes Thema. „Es darf nicht sein, dass Menschen, die jahrzehntelang gearbeitet haben, im Alter auf die Unterstützung des Staates angewiesen sind.“ Die Ärztin sieht im Mittelstand das wirtschaftliche Rückgrat. „Die kleinen und mittleren Firmen schaffen die Arbeitsplätze vor Ort.“ Viele große Unternehmen verlagerten indes einfach ihre Standorte ins Ausland. Das findet die Ärztin, die sich in Rheinsberg „verliebt“ hat, ebenso „schrecklich“ wie die Abfindungen in Millionenhöhe für Konzernchefs. Ihr Credo laute: „Wenn es dem Mittelstand gut geht, dann geht es auch allen anderen gut.“

 

Von Andreas Vogel (MAZ Lokalausgabe Kyritz vom 11.04.2017)